Musikalische Veranstaltung des Ensemble Modern mit Kompositionen von Theodor W. Adorno und Heiner Goebbels
Datum/Zeit: Dienstag 12.10.2010, 20.00 – 22.00 Uhr
Ort: Großer Saal der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt
Organisation: Tilman Allert in Kooperation mit dem Ensemble Modern
Das Ensemble Modern wurde 1980 gegründet und zählt zu den weltweit führenden Ensembles für Neue Musik. Seit 1985 ist es in Frankfurt am Main beheimatet. Die Gründung des basisdemokratisch organisierten Ensemble Modern geht auf eine Initiative von StudentInnen innerhalb des Bundesstudentenorchesters zurück, um Neue Musik zu fördern und angemessen aufzuführen. Seit 1987 ist das Ensemble Modern eine GbR mit den MusikerInnen als Gesellschaftern. Zurzeit vereint es 19 Solisten verschiedenster Herkunft: Argentinien, Australien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Japan, Polen und die Schweiz bilden den kulturellen Hintergrund dieser Formation. Das Ensemble Modern wird während des Kongresses ein Konzert mit Kompositionen von Theodor W. Adorno und Heiner Goebbels spielen.
„Wenn es wahr ist, dass Theodor W. Adorno das Komponieren als Glücksversprechen inmitten der verwalteten und verdinglichten Welt begriff, muß man feststellen, daß er sich dieses Versprechen nicht permanent abverlangt hat. Er hatte bei Alban Berg studiert und erkannt, daß er dem inneren Kreis der Zweiten Wiener Schule als Außenseiter zugehörte. Er komponierte, besonders in den 20er und 40er Jahren des letzten Jahrhunderts, und zwar auf hohem Niveau, zunächst als Bewahrer der musikalischen Revolution. Schließlich wurde Adorno durch seine kulturkritischen Arbeiten, den universitären Betrieb und dem wiedergegründeten Frankfurter Institut für Sozialforschung, dessen Zentrum er mit Max Horkheimer wurde, vom Komponieren abgezogen.
Die Revolution, deren 200. Jahrestag im Jahre 1989 Anlaß des Stücks „Befreiung“ von Heiner Goebbels war, ist auch deren prekärer Gegenstand. Die musikalische Gestaltung des polemischen Textes von Reinald Goetz läßt die politische Ambivalenz der Revolutionsrhetorik hervortreten. Befreiung wird auch hier zur kompositorischen Leistung.“ (Bernd Leukert)
Veranstaltungsort: Großer Saal der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt, Eschersheimer Landstraße 29-39, 60322 Frankfurt













