Ausstellung: Das Bild der Gesellschaft. 100 Jahre sozialdokumentarische Fotografie
Datum/Zeit: Dienstag 12.10.2010 – Freitag 15.10.2010
Eröffnung: 12. Oktober 2010 um 9.00 Uhr
Ort: Foyer im IG-Farben-Haus
Führung (deutsch/englisch) durch die Ausstellung “Das Bild der Gesellschaft. 100 Jahre sozialdokumentarische Fotografie” am Mittwoch, 13. Oktober 2010 um 17.00 Uhr im Foyer des IG Farben Hauses
Organisation: Rudolf Stumberger (München) unter Mitarbeit von Wolfgang Glatzer (Frankfurt)
Das 20. Jahrhundert ist auch das Jahrhundert, in dem sich ein spezielles fotografisches Genre – die sozialdokumentarische Fotografie – herausbildet. Zwar kann die Fotografie um 1900 bereits auf eine rund 50-jährige Geschichte zurückblicken, doch war bis dahin das Soziale bis auf Ausnahmen kein explizites Thema der Fotografen. Sozialdokumentarische Fotografie ist freilich mehr als nur ein Genre wie die Modefotografie oder das Stillleben. Sie ist zugleich soziale Praxis und oft auch “Waffe” in sozialen Kämpfen, in denen sie als “objektiver Beweis” von sozialen Tatbeständen bzw. Missständen genutzt wird. In diesem “klassischen” Sinne dient die sozialdokumentarische Fotografie der Abschaffung der abgebildeten Sachverhalte, ihr Zweck ist die Negation des Dargestellten.
Die Ausstellung thematisiert das visuelle Bild des Sozialen, wie es sich in 100 Jahren von 1900 bis 2000 als sozialdokumentarische Fotografie konstituierte. Die Fokussierung auf die Konstitutionsbedingungen dieses fotografischen Genres und seiner Funktion in den zeitgenössischen sozialen Auseinandersetzungen verweist auf die Ebene der Selbst- und Fremdwahrnehmung von sozialen Formationen, auf die Konstruktion von kollektiven Klassifikations- und Ordnungssystemen, deren Veränderung auf eine Veränderung der sozialen Welt selbst abzielt (Bourdieu). Damit greift die Ausstellung sowohl den Jubiläumscharakter des 35. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie 2010 in Frankfurt am Main auf, wie sie ebenso historisch auf ein zentrales Thema des Kongresses – “Sind soziale Ungleichheitsstrukturen in der transnationalen Welt zunehmend individualisiert oder bilden sich in ihnen neue Gruppen und Kollektive heraus?” hinführt. Der Ausstellungsort Frankfurt verweist zudem auf die Traditionslinie der Beschäftigung mit Fotografie, wie sie von Walter Benjamin, Siegfried Kracauer und Gisèle Freund repräsentiert wird.
Mit freundlicher Unterstützung durch die VHS Taufkirchen/Bayerischer Volkshochschulverband und die UVK Verlagsgesellschaft mbH.
Veranstaltungsort: Foyer im IG-Farben-Haus auf dem Campus Westend













