FÖRDERER

„Das Wesen der Revolution“. Audiovisuelle Rekonstruktion des Dritten Deutschen Soziologentages 1922 in Jena

Datum/Zeit: Mittwoch 13.10.2010, 20.00 – 22.00 Uhr
Raum: Casino 1.802

Regie: Silke van Dyk, Jarno Müller & Alexandra Schauer
Produktion: Grafiker.org – Jarno Müller
Dauer: 120 Minuten

Dieser Film bietet eine zweistündige Reise zurück in die soziologische Welt der frühen 1920er Jahre: Zehn Jahre lag der zweite Kongress der 1909 gegründeten DGS zurück, als sich im September 1922 eine vergleichsweise kleine Zahl von Wissenschaftlern in Jena zum Dritten Deutschen Soziologentag zusammenfand. Während der langen kriegsbedingten Pause waren zahlreiche wichtige DGS-Mitglieder und Gründungsväter der Gesellschaft wie Max Weber und Georg Simmel gestorben, was erhebliche Konsequenzen auf die inhaltlichen Debatten der 1920er Jahre haben sollte. Der Kongress wurde von dem seit 1909 als Präsident der DGS amtierenden Geheimrat Ferdinand von Tönnies eröffnet, das Kongressthema „Das Wesen der Revolution“ anschließend in zwei Referaten und sieben Diskussionsbeiträgen erörtert: Das Hauptreferat hielt Leopold von Wiese, der als Ordinarius für Wirtschaftliche Staatswissenschaften und Soziologie an der Universität Köln, erstem Sekretär der DGS sowie Herausgeber der einflussreichen Kölner Vierteljahreshefte für Sozialwissenschaft – die bis heute als Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie existieren – neben Ferdinand Tönnies die bestimmende Figur der Soziologie in der Weimarer Republik war. Das zweite Referat wurde von dem österreichischen Historiker Ludo Moritz Hartmann gehalten. In der anschließenden Diskussion übte insbesondere der Austromarxist Max Adler heftige Kritik an den Referenten. Die Vorträge und Diskussionen bilden in gekürzter Fassung die von Schauspielern eingelesene Textgrundlage für die knapp zweistündige audiovisuelle Rekonstruktion des Dritten Soziologentages, die neben umfangreichem historischem Bildmaterial auch bislang unveröffentlichte Filmsequenzen aus den frühen 1930er Jahren enthält.


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